Berlin
, 03. Oktober 2016
Traditionelles Design par excellence

Der Bauhaus-Stil

Die kühle Ästhetik des Bauhaus-Stils beeinflußt früher wie heute eine Vielzahl von Architekten, Designer und Künstler. Bauhaus steht für rationale und funktionale Entwürfe. Walter Gropius, der Begründer des Bauhaus-Stils, hat in den 1920er Jahren mit seinen Ideen Kontroverse geschaffen, die die moderne Architektur revolutionierten.

x-working Das Kornhaus von Walter Gropius in Dessau, 1929 erbaut.
Das Kornhaus von Walter Gropius in Dessau, 1929 erbaut.

Die Geschichte des Bauhaus-Stils geht auf die Industrialisierung in Deutschland zurück. Man erkannte, dass gut gestaltete Industriegüter ein bedeutender Wirtschaftsfaktor sein können. Damals gründete man den „Deutschen Werkbund“, dessen Ziel der Zusammenschluß von Kunst, Industrie und Handwerk sein sollte. Große Firmen wie Bahlsen oder AEG ließen ihre Produkte fortan von den Künstlern des Werkbundes entwerfen. Doch der junge Walter Gropius hatte radikalere Visionen. Er gründete in den Kriegswirren des Ersten Weltkrieges die Kunstschule „Staatliches Bauhaus in Weimar“. In einem Manifest verkündet Gropius 1919 das Ziel seiner Schule: „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau!“ Seine Vision war es, Architektur, Bildhauerei und Malerei zum Handwerk zurückzuführen, um gemeinsam den Bau der Zukunft zu gestalten. Es solle keinen Unterschied mehr geben zwischen einem Künstler und einem Handwerker.

In einem Vorkurs lernten die Studierenden des Weimarer Bauhauses zunächst die Beschaffenheit von Materialien. Außerdem wurden sie mit Farben und Formen vertraut gemacht. Lehrer dieses Vorkurses waren zu der damaligen Zeit die Maler Johannes Itten, Wassily Kandinsky und Paul Klee. Der nächste Schritt des Studiums umfassten praktisch ausgerichtete Arbeiten in den Bereichen Metall, Weberei, Keramik, Möbel, Typographie und Wandmalerei. Hierbei setzte Gropius neben Handwerksmeistern auch Künstler in die Leitung der Werkstätten ein. 1927 wurde dann zusätzlich eine Architekturklasse eingerichtet.

Die Folge der Bauhaus-Lehre lässt sich nicht übersehen. Die Grundsätze „Volksbedarf statt Luxusbedarf“ und „form follows function“ ließen zahlreiche schlichte, funktionale Produkte entstehen, die auch heute noch in ihrem Design einzigartig sind. Beispielsweise sind die Bauhaus-Tapete, der Freischwinger-Stuhl oder die Wagenfeld-Lampe aus vielen Haushalten nicht mehr wegzudenken.

Die Zusammenführung aller Künste zur Errichtung des Baus der Zukunft war stets das Herzstück in der Lehre des Bauhaus. Und so wurden im Stile der Funktionalität die Lehren genutzt, um zahlreiche Siedlungen des sozialen Wohnungsbaus in der Weimarer Republik zu errichten. In Frankfurt am Main wurde bereits in den 1920er Jahren in industrieller Plattenbauweise gebaut.

Im Zweiten Weltkrieg dann waren die Nationalsozialisten gegen die radikalen Ideen und Umsetzungen der Bauhaus-Künstler. Viele gingen nach Frankreich, Großbritannien oder die USA. 1937 gründete beispielsweise Laszlo Moholy-Nagy in Chicago das „New Bauhaus“, aus dem dann die „School of Design“ hervor ging. Die Schule lehrt den ganzheitlichen Ansatz des Bauhaus-Stils, geht allerdings mehr auf die Fotografie ein. So wurden über die Jahrzehnte Bauwerke und Designs im Stile des Bauhaus erschaffen, die heute als Inbegriff der modernen Architektur gelten.

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