Leipzig
, 23. März 2017
Gelesen wird immer!

Leipziger Buchmesse 2017

Romane lesen macht Spaß. Sich an die Hand nehmen lassen von jemandem, der sich Erfahrungsräume ausgedacht hat und mit seinen Worten im Kopf des Lesers etwas besonders anstellt, ist oft mehr als bloßes Vergnügen. Morgen startet wieder die Leipziger Buchmesse.

x-working Treppenaufgang in die Glashalle der Leipziger Buchmesse, © Amrei-Marie
Treppenaufgang in die Glashalle der Leipziger Buchmesse, © Amrei-Marie

Die Leipziger Buchmesse blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits im 17. Jahrhundert stellten hier die großen Verleger ihre Bücher vor. Als erster großer Branchentreff des Jahres gilt sie mit den Neuerscheinungen des Frühjahrs als wichtiger Impulsgeber für den Büchermarkt. Mit 3.400 Veranstaltungen auf 570 Bühnen in der ganzen Stadt ist das Literaturfestival inzwischen das größte Europas. Über 800 Literatur-Blogger wurden zu der Bücherschau eingeladen. Seit 2014 findet außerdem parallel die Manga-Comic-Convention statt, die 2016 von mehr als 90.000 Comicfans besucht wurde.

Gastland ist dieses Jahr Litauen. 26 neu übersetzte Bücher haben die Litauer dieses Jahr dabei. In dem vielfältigen Rahmenprogramm werden außerdem ein Fotoprojekt zum Dichter Johannes Bobrowski aus dem Memelland und eine Oper im Dunkeln gezeigt.

Der deutsche Buchmarkt ist nach den USA der zweitgrößte der Welt. Jedes Jahr bringen Verlage zwischen 76.000 und 82.000 Neuerscheinungen heraus. Trotzdem gehen die Umsätze zurück. Dem entgegenzuwirken hat die Leipziger Buchmesse das Projekt „Neuland 2.0“ ins Leben gerufen. In diesem Bereich der Messe sucht die Branche nach Antworten, wie die Zukunft der Literaturvermittlung abseits des haptischen Buchlesens aussehen kann. Hier werden Ideen rund um Apps, digitales Publishing und Online-Lernplattformen vorgestellt.

Auch das politische Programm der diesjährigen Messe kann sich sehen lassen. So sammelten Twitter-Nutzer unter dem Hashtag #Kaltland Beobachtungen, die für sie ein rauer werdendes gesellschaftliches Klima beschreiben. Viele Autoren beschäftigen sich mit der Flüchtlingswelle oder dem Aufstieg der AfD. So nutzte beispielsweise die Journalistin Jasna Zajcek das Schlagwort „Kaltland“ als Titel für ihr Buch, welches sich um Sozialreportagen dreht.

Und auch die Einschränkungen der Meinungsfreiheit in der Türkei werden auf der Buchmesse thematisiert. Im Themenschwerpunkt „Europa 21“ wird die Türkei den Fokus bilden. Allgemeiner geht es im Büchermacher-Forum „How indie are you“ zu, welches sich dem unabhängigen Publizieren widmet.

Bereits gestern Abend wurde die Messe mit einem Festakt im eröffnet. Der französische Schriftsteller Mathias Énard bekam den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Richtig los ging es dann heute, die Leipziger Buchmesse hat nun ihre Tore für Besucher geöffnet.

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