San Francisco
, 27. März 2016
Improvisierter Schaukampf oder Kampfkunst?

Wrestling

Im Wrestling zeigen fiktionale Charaktere mit verschiedenen Persönlichkeiten, ähnlich wie in Filmen und TV-Serien, eine Gut-gegen-Böse-Geschichte. Aber ist es so einfach? Oder ist Wrestling doch ein künstlerischer Akt der Kampfkunst? Wir schauen uns das Spektakel Wrestling genauer an.

x-working Der Ring.
Der Ring.

Die Anfänge des Wrestlings liegen im 19. Jahrhundert. Zur damaligen Zeit zeigte man Wrestling-Kämpfe zur Belustigung der Zuschauer auf Jahrmärkten. Damals versuchten noch die Besucher einen deutlich überlegenen und trainierten Athleten zu besiegen. Im 20. Jahrhundert bildeten sich dann die ersten kleinen Wrestling-Ligen. 1901 wurde in San Francisco das sogenannte „Tag Team Wrestling“ als offizielle Wrestling Match-Art eingeführt. In den 1920er Jahren wurde das Wrestling innerhalb den USA als internationaler Sport anerkannt. Aus den beiden beliebten Ligen „Jim Crockett Promotions“ und „Capitol Wrestling Corporation“ bildete sich dann bereits Ende der 30er Jahre die World Wrestling Federation (WWF) heraus. Sie ist nach wie vor die einflußreichste Liga im Wrestling.

In den 80er Jahren schaffte das Wrestling dann seinen Durchbruch. Hulk Hogan avancierte zum Superstar und wurde zum Aushängeschild des Wrestlings. Damals veranstaltete man zum ersten Mal die „WrestleMania“ – eine spezielle Show, in der man auch Prominente wie Muhammad Ali oder Floyd Mayweather einband, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

Wrestling ist kein Sport. Es ist Sports-Entertainment. Trotzdem müssen die Muskelmänner extreme Anforderungen erfüllen, bevor sie in den Ring dürfen. Das Training ist eine körperliche Quälerei. Judo, Brazilian Jiu Jitsu oder Boxen sollen nichts dagegen sein. In einer Wrestling-Schule lernt man die Fallschule des Bodyslam, den Elbow Drop oder Dropkicks. Als „Bump“ bezeichnen Wrestler den Aufprall auf der Matte. Während der Matches zeigen die Athleten verschiedene Arten von Aktionen, um ihre Gegner zu schwächen. Der Ablauf ist dabei von vornherein in einem Storytelling geplant. Der Grundsatz gilt: Je gefährlicher und spektakulärer, desto interessanter für das Publikum. Hauptsächlich geht es um Sprünge, Würfe, Haltegriffe, Schläge und Tritte. Das Schwierige daran ist, die Kampfhandlungen für den Zuschauer möglichst realistisch aussehen zu lassen.

Neben dem harten Training und den Showkämpfen im Ring sind gefragte Wrestler auch im Stress. Es gibt keine Sommer- oder Winterpause. Wrestler müssen jede Woche mehrmals in den Ring. Sie verbringen ihr Leben im Flugzeug, im Taxi oder im Tour-Bus. Der Körper eines Spitzen-Wrestlers muss einwandfrei funktionieren und überragend aussehen. Und so begeistern Wrestler nach wie vor Tausende von Menschen in den Hallen und am Fernsehbildschirm.

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