Jerusalem
, 08. November 2016
Die Geheimlehre in der mystischen Tradition des Judentums

Die Kabbalah

Hast Du schon mal in Deinem Freundes- oder Bekanntenkreis jemanden gesehen, der einen roten Faden ums Handgelenk trägt? Der rote Faden soll Kabballah-Anhänger daran erinnern, wie im Leben wahre Erfüllung zu finden ist. Allein der Anblick des roten Fadens soll negative Gedanken verhindern. Was ist Kabbalah und an was glauben ihre Anhänger? Wir gehen diesen Fragen nach.

x-working Die Kabbalah besteht aus vielen geheimen Psalmen aus der jüdischen Tradition.
Die Kabbalah besteht aus vielen geheimen Psalmen aus der jüdischen Tradition.

Die Basis kabbalistischer Traditionen ist die Suche des Menschen nach der Erfahrung einer unmittelbaren Beziehung zu Gott. Da sich die Kabbalah durch mündliche Überlieferungen jahrhundertelang geformt hat, gibt es verschiedene kabbalistische Schriften und Schulen, die keinen prüfbaren Lehrinhalt haben. Es gibt also keine allgemeingültige kabbalistische Lehre. Kaballah soll dem Menschen den Sinn des Lebens verständlich machen. Sie soll erklären, wofür wir erschaffen wurden und woher wir kommen. Das Erlernen der Kabbalah ist nicht nur theoretisch möglich. Sie fußt auf praktischen Erfahrungen, die wir im Verlauf unseres Lebens machen. Immer mit den Zielen, unser Leben besser zu verstehen und unsere Natur zu erkennen.

Aber woher kommt die Weisheit der Kabbalah? Sie ist eine jüdisch-mystische Lehre, eine Philosophie und eine Geheimlehre aus dem 12. Jahrhundert. Vor allem unter den Juden des Rheinlandes in Deutschland wurde die Kabbalah anfänglich erschaffen. Jüdisches Gedankengut verschmolz mit mystischen Spekulationen über den einzigen Gott und seine Welt. Die jüdischen Gelehrten der damaligen Zeit studierten lange Jahre die Tora und den Talmud, um sich dann ihre eigenen Vorstellungen über die jüdische Esoterik zu bilden. Sie schrieben dies dann nieder. Abraham der Patriarch veröffentlichte vor über 4000 Jahren ein Buch namens: „Sefer Jezira“ (Das Buch der Schöpfung). Ein weiteres wichtiges Buch ist „Das Buch Sohar“ aus dem Zweiten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Im 20. Jahrhundert tauchten Arbeiten des Kabbalisten Yehuda Ashlag auf. Seine kabbalistischen Texte beschäftigen sich mit der Struktur der „Höheren Welten“ und wie unser Universum entstand. Ashlag`s Texte eignen sich für unsere Generation am Besten für das Verständnis der Kabbalah. Er verfaßte umfangreiche Kommentare zu den grundlegenden kabbalistischen Schriften „Etz Chaim“ (Baum des Lebens) von Isaak Luria und zum Sohar.

Madonna, David Beckham, Britney Spears oder Demi Moore – sie alle waren oder sind Anhänger dieser mystischen Tradition des Judentums. Dennoch ist das Studium und das Verinnerlichen der Lehre nach wie vor sogar der überwiegenden Mehrheit der Juden kein Leichtes. Die Theosophie ist der Versuch, die Welt als Entwicklung Gottes anzuerkennen. Und so bilden sich weltweit immer mehr „Kabbalistische Kreise“, um dieser Entwicklung nachzugehen.

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