Gießen
, 27. Februar 2017
„Lebe nicht für den Moment, sondern in ihm“

Achtsamkeit – eine Liebesbeziehung zum Leben

Gerade in letzter Zeit ist das Thema der Achtsamkeit in aller Munde. Historisch gesehen kommt die Achtsamkeit aus der buddhistischen Lehre und der Meditationspraxis. Es bedeutet eine besondere Form der Aufmerksamkeit als Quelle des menschlichen Bewusstseins.

x-working Achtsamkeit
Achtsamkeit

Einer der führenden Achtsamkeitslehrer der westlichen Welt ist der Medizinprofessor Jon Kabat-Zinn. Er erkannte den Wert der Meditation für unser Leben im 21. Jahrhundert und entwickelte 1979 ein medizinisch-systematisches Programm zur Stressbewältigung. Unter dem Namen MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction = Stressbewältigung durch Achtsamkeit) unterstützen weltweit immer mehr Menschen mittels der Achtsamkeitspraxis eine umfassende gesunde Lebensführung.

Ein Beispiel aus der Praxis gestaltet sich wie folgt: Teilnehmer eines Achtsamkeitstrainings werden aufgefordert, sich eine Rosine in die Hand zu legen. Die Teilnehmer sollen diese genau anschauen, sie sollen die Rosine fühlen und diese beschnuppern. Danach soll die Rosine auf die Zunge gelegt werden, bis sich ihr volles Aroma im Mund ausbreitet. Dabei soll nicht schnell gekaut und runter geschluckt werden. Alles geschieht ausführlich und ganz langsam.

Wer die Achtsamkeit täglich trainiert, der erhält nach und nach einen klaren Bewußtseinszustand, in dem jede äußere und innere Erfahrung im gegenwärtigen Moment vorurteilsfrei zugelassen werden kann. Wer achtsam lebt, stellt fest, dass sein Empfinden von Glück und Lebensfreude nicht von äußeren Bedingungen abhängig ist.

Die Auswirkungen eines achtsamen Lebens sind enorm. Der Geist wird beruhigt und stabilisiert, er wird nicht mehr von hastigen Gedankenströmen durchzogen. Stress-Situationen können besser bewältigt werden. Viele Teilnehmer werden mit sich selbst geduldiger, werden weniger ängstlich, sind seltener deprimiert und lernen sich selbst besser zu akzeptieren. Ein weiterer Vorteil, der bereits in der Psychotherapie angewandt wird, ist die bessere Impulskontrolle. Schnell aufbrausende Menschen können ihre negativen Emotionen durch Achtsamkeitstraining in sinnvollere Kommunikationen steuern.

Im Laufe der vergangenen Jahre wurde das MBSR-Programm vor allem an der Universität Massachusetts umfassen wissenschaftlich erforscht. Es gibt zahlreiche Studien, die die Wirksamkeit der Achtsamkeitsmeditationen belegen. Erst im April 2015 ergab eine große Studie im Medizinmagazin "Lancet", dass eine verwandte achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) ähnlich gut vor Rückfällen nach einer Depression schützt, wie es Medikamente tun.

Denkmuster und Verhaltensweisen lassen sich natürlich nicht von heute auf morgen verändern. Wenn Ihr nun Interesse am Thema der Achtsamkeit habt, schaut Euch die weiterführenden Links an oder erkundigt Euch nach einem passenden Achtsamkeitstraining in Eurer Nähe.

© 2017 – x-working

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