Kapstadt
, 03. Juni 2018
"The only way to experience art is to be there, to touch it, to get the feeling for it and to see it in real life"

Interview mit Lydia da Silva

Auf unserer Tour durch Afrika haben wir uns mit Lydia da Silva, einer der führenden Kuratoren in Kapstadt, zusammengesetzt. Genießen Sie dieses Interview und entdecken Sie Lydias Perspektive auf Galerien, Südafrikas Einfluss auf nicht-afrikanische Länder und warum Sie Kunst live erleben müssen.

x-working Lydia da Silva's Palette Art Gallery von innen, (c) Carina Lochner
Lydia da Silva's Palette Art Gallery von innen, (c) Carina Lochner

x-working: Vielen Dank, Lydia, dass Sie für das Interview heute hier sind. Ich schätze Ihre Zeit, ich weiß, dass Sie vielbeschäftigt sind. Wie und wann wurde Ihre Galerie begründet?
Lydia da Silva: Ich habe viele Jahre Bildhauerei gemacht, aber ich hatte nie wirklich eine Plattform für meine Bronzen. Als in der Church Street in Stellenbosch ein Galerieraum verfügbar wurde, entschloss ich mich, in den Raum zu investieren, und so wurde Palette Galerie eröffnet.

x-working: Was bietet Ihre Galerie Ihren Besuchern?
Lydia da Silva: Ich unterstütze lokale Künstler. Sie sind nicht sehr bekannt, aber die Gemälde sind asketisch betrachtet überaus ansprechend, ich repräsentiere diese Künstler. Viele Studenten der Universität haben keine Verkaufsstelle für ihre Kunst, daher versuche ich ihnen eine Chance zu geben. Wenn sie nicht motiviert sind, tatsächlich zu malen, liegt das oft daran, dass sie keine Galerie haben, die sie repräsentiert. Auf diese Weise wird ihre Kunstkarriere tatsächlich gestartet.

x-working: Was macht den Kunstmarkt für Sie so interessant?
Lydia da Silva: Ich finde diesen sehr interessant, da viele der Kids keine Plattform haben, um ihre Kunst zu verkaufen, für ihre Bilder überhaupt oder für sonst irgendetwas. Daher finde ich es sehr förderlich, dass ich mit sehr jungen Studenten arbeite, sowie mit vielen Malern. Wenn diese keine Motivation haben, um zu malen, kommt das daher, weil sie keine Galerie haben, die sie repräsentiert.

x-working: Ich würde gerne wissen, wie viele Künstler repräsentieren Sie?
Lydia da Silva: Im Moment sind es 54, verteilt auf die drei Galerien, die ich habe. Viele Bronzen stammen von Antonio da Silva und mir.

x-working: Afrikanische Kunst ist auf dem Vormarsch. Wie beurteilen Sie Afrikanische Kunst im globalen Kontext?
Lydia da Silva: Ich denke, Asien, Australien und Amerika lernen südafrikanische Kunst immer besser kennen. Ich glaube, ihre Wahrnehmung von Südafrika verändert sich und sie erkennen, dass wir tatsächlich sehr "reich" sind.

x-working: Danke. Sie haben viel Zeitgenössische Kunst und Afrikanische Kunst hier in der Galerie von Kapstadt, sowie in Stellenbosch, wo Sie Ihr „Wildlife“ haben. Bitte erzählen Sie uns ein bisschen mehr darüber.
Lydia da Silva: Ich finde in Stellenbosch haben wir viele Touristen, die eine halbe Stunde dort sind. Also versuche ich mehr "Wildlife" Kunst zu machen um diese für die Galerie zu begeistern. Meine südafrikanischen Käufer können in Ruhe einkaufen, während sich die Touristen sehr schnell entscheiden müssen, ob sie an einer Weintour teilnehmen sollen oder sich in einem Bus begeben. In Kapstadt gibt es eine andere Einstellung. Leute, die entweder hier leben oder in Hotels in der Nähe sind, haben Zeit, ein paar Mal zurückzukommen, wir können den Kauf besprechen, bspw. das Wesentliche an der Schifffahrt usw.

x-working: Fantastisch! Was denken Sie über Kunstmessen? Sind sie derzeit eine Gefahr für Galerien?
Lydia da Silva: Das glaube ich nicht. Die Kunstmesse bekommt die Massen. Wir bekommen die staunenden Kunstliebhaber, die wissen, wenn sie etwas kaufen, dann investieren sie.

x-working: Erwarten Sie, dass der Online-Kunsthandel der richtige Zukunftsweg ist oder glauben Sie, dass Südafrika der richtige Ort für Urlaube und für Kunstmessen ist?
Lydia da Silva: Es spielt keine Rolle, wie gut eine Fotografie ist. Die einzige Möglichkeit, Kunst zu erleben, ist, da zu sein, sie zu berühren, ein Gefühl für sie zu bekommen und sie wirklich zu sehen.

x-working: Welche Projekte werden Sie sich zukünftig widmen?
Lydia da Silva: Ich liebe Kapstadt und Bo-Kaap und habe hier zwei Kunstgalerien. In den Cape Winelands haben wir uns nach Franschhoek und Stellenbosch erweitert.

x-working: Vielen Dank Lydia, es war schön, mit Ihnen zu reden.
Lydia da Silva: Vielen Dank. Ich hoffe wir sehen uns wieder in der nahen Zukunft.

© 2018 – x-working

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