Pyongyang
, 25. August 2017
Kunst aus einem isolierten Land

Interessante Künstler aus Nordkorea

Nur selten bekommt die Welt etwas zu sehen aus der Kunstwelt Nordkoreas. Gibt es doch in Nordkorea, genauer gesagt in Pjöngjang, die Koreanische Kunstgalerie, in der koreanische Kunst aus der Zeit der Antike bis zur Gegenwart gezeigt wird. Doch nach außen dringt auch hier nicht viel. Wir haben uns auf die Suche nach interessanten Künstlern aus Nordkorea gemacht.

x-working The Korean art gallery in Pyongyang, © Laika ac from USA
The Korean art gallery in Pyongyang, © Laika ac from USA

Im Mansudae-Kunststudio in Pjöngjang arbeiten 700 Künstler, die Skulpturen und Büsten anfertigen, Bilder malen oder Monumente kreieren. Dies tun sie meist für afrikanische Machthaber oder Europäer mit einem ausgefallenen Geschmack. Die Einnahmen bringen Nordkorea die dringend benötigten Devisen. Doch Mansudae liegt auf den Sanktionslisten der UN. So wird es dem Kunsthandel momentan sehr schwer gemacht.

Künstler, denen die Flucht aus Nordkorea gelungen ist, stellen sich nicht gerne der Öffentlichkeit aus Angst vor Repressionen gegen zurückgelassene Angehörige. Nicht so der Künstler Song Byeok. Er war früher Propaganda-Maler für Kim Jong II. Nachdem er Arbeitslager und Flucht überlebt hat, lebt er als freier Künstler in Südkorea. Bevorzugt malt er Karikaturen der nordkoreanischen Diktatoren. So bearbeitet er sein Trauma über das Erlebte seiner Vergangenheit.

Immerhin offiziell nach Berlin ausreisen durften zwei nordkoreanische Künstler, die sich 2014 an der Ausstellung „KoreaKorea“ der Galerie Son beteiligt haben. Ziel der Ausstellung war es, nordkoreanische und südkoreanische Künstler zusammen zu bringen. Kwang Chol SIM eifert gerne Porträtmalerei à la Gerhard Richter nach. Seine Arbeiten haben dabei Züge von asiatischer Tuschemalerei als auch impressionistischer Malerei. Hyon Chol PAK wurde 1969 in der Provinz Hwanghae-namdo in Nordkorea geboren. Er arbeitet als Designer und Pulvermaler am Mansudae Studio.

Eine große Bühne genießen jedes Jahr aufs neue die Zirkusartisten des Nationalcircus von Nordkorea. Bereits mehrmals gewannen sie den „Goldenen Clown“ beim Internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo. Keine andere Trapeztruppe auf der Welt springt solch riskanten Nummern: Dreifache Saltos gleich zweimal hintereinander in einer einzigen Übung oder – einmalig weltweit – den vierfachen Salto.

Ein weiterer, in Südkorea aktuell gefragter Künstler ist Kang Chun-Heyok. Er ist mit 12 Jahren aus Nordkorea zunächst nach China geflohen und kam dann später in Südkorea an. Hier absolvierte er sein Kunststudium an der Hongik-Universität. Kang Chun-Heyok malt comicartige, minimalistische Zeichnungen, die sich mit den Menschenrechten in seiner Heimat beschäftigen. Er selbst musste als Kind Hinrichtungen mitansehen, seine Mutter erkrankte an Tuberkulose von der Herstellung nuklearer Waffen. Er will mit seinen Zeichnungen die Welt darauf aufmerksam machen, dass in Nordkorea immer noch viele Menschen den Hungertod erleiden. Der Künstler setzt sich wie viele nordkoreanischen Künstler im Exil für eine Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea ein.

© 2017 – x-working

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