Santiago de Chile
, 28. Mai 2016
Ein chilenischer Condor erobert die Welt

Der Cartoonist Pepo mit seinem Condorito

In Südamerika kennt ihn jeder: Die chilenische Comicfigur Condorito. 1949 erfunden und gezeichnet von dem berühmten Cartoonist Renè Rios Boettinger, genannt Pepo. Condorito begleitete in Südamerika Generationen von Kindern. Für alle die den anthropomorphen Kondor noch nicht kennen – wir stellen Euch den Comic vor.

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In Südamerika ist Condorito ein Teil der allgemeinen Volkskultur. Bereits vor über 50 Jahren durch den Künstler Pepo erschaffen, begleitet der Kondor das Leben der Menschen in Chile, Argentinien, Mexiko, Peru, Bolivien, Paraguay, Uruguay und Kolumbien. Und auch in den USA wird Condorito immer mehr gelesen.

Condorito lebt in der imaginären Stadt „Pelotillehue“. Hier passieren meist die Geschichten, in denen auch gelacht werden kann, wenn das Schicksal es gerade nicht gut meint. Diese typisch chilenische Eigenschaft hat den sympathischen Vogel in ganz Südamerika so beliebt gemacht.

Dabei ist die grundlegende Struktur der Condorito-Comics sehr einfach: Jede Seite beinhaltet einen unabhängigen Witz – mal größer, mal kleiner. Die Witze sind oft sexistisch oder von einem männlichen Chauvinismus geprägt. Meist ist der Humor in Zweideutigkeiten gehalten, den die Kinder in der Regel noch nicht verstehen. Dennoch ist der Comic vor allem bei den Kleinsten ungeheuer beliebt. Die Geschichten enden meist damit, dass jemand mit einem lautmalerischen „¡PLOP!“ in Ohnmacht fällt.

In seinem Charakter ist Condorito nachlässig und anspruchslos. Ihm werden aber auch Freundlichkeit, Loyalität und Genialität nachgesagt. Der Vogel stellt eine Art Anti-Held dar, der seine Probleme mit seinem Witz löst. Woher Condorito tatsächlich stammt liegt weitläufig im Dunkeln. In einem Comic-Strip wurde mal gesagt, dass sein Kondor-Vater ihn aus seinem Nest in den Anden warf. Condorito wuchs dann unter Menschen auf und erwarb seine anthropomorphen Eigenschaften. Aus diesem Grund ist seine Darstellung eher die eines ganz normalen Typs in seinem menschlichen Leben.

Der Kondor hat in seinen Comic-Strips viele Freunde. „Yayita“ zum Beispiel ist Condorito`s ewige Verlobte. Oder „Don Chuma“, sein bester und treuester Freund, der immer eine Kippe im Mund hat und als Zimmermann arbeitet. „Washington“ (ein Hund), „Mandibula“ (ein Pferd) und „Matìas“ (ein Papagei) sind Condorito`s Haustiere. Washington kann sogar in manchen Comic-Strips reden. Und auch wenn Condorito seine Haustiere manchmal verkauft, am Ende kehren sie doch immer alle wieder zu ihm zurück.

© 2016 – x-working

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