Kapstadt
, 20. September 2017
Kapstadts neues Mekka für Kunst

Zeitz Museum für Moderne Kunst eröffnet in Afrika

Am gestrigen Freitag wurde im südafrikanischen Kapstadt das erste Museum für zeitgenössische afrikanische Kunst seine Tore öffnen. Das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa (Zeitz MOCAA) wurde direkt am Atlantischen Ozean gebaut, inmitten der berühmten Einkaufsmeile Victoria & Alfred Waterfront.

x-working Kunst von Nandipha Mntambo, © George Prassas
Kunst von Nandipha Mntambo, © George Prassas

Noch vor wenigen Jahren machte Kunst aus Afrika kaum Schlagzeilen. Die Zeiten, in denen afrikanische Kunst mit Holzschnitten, Masken und ethnischen Malereien gleichgesetzt wurden, gehören nun der Vergangenheit an. Afrikanische Künstler werden als Geheimtip gehandelt, Sammler konkurrieren und die Preise ziehen spürbar an.

Dennoch war es bislang so, dass es afrikanische Künstler schwer haben. Wer erfolgreich sein will, muss auf die documenta, die Biennale in Venedig oder sonstwo in den Norden. Es gab in der Vergangenheit Versuche dies zu ändern, beispielsweise mit der Biennale in Dakar oder der National Art Gallery in Ruanda. Doch so richtig wollte es nicht funktionieren mit der Freiheit der afrikanischen zeitgenössischen Kunst.

Ex-Puma-Chef Jochen Zeitz stieß in Folge dessen vor zehn Jahren den Bau eines neuen Museums für zeitgenössische Kunst in Afrika an, für das er auch seine Privatsammlung stiftete. Das Museum soll in Zukunft in einer Riege mit Londons Tate Modern oder dem Guggenheim-Museum Bilbao stehen. Aus 42 riesigen Betonröhren hat der Stararchitekt Thomas Heatherwick das historische Getreidesilo in ein hochmodernes Museum verwandelt.

Am Wochenende feiern die Südafrikaner den Tag seines Kulturerbes. Aus diesem Grund wird die Eröffnungsfeier am Freitag, den 22.09.2017 stattfinden. Es werden etwa 24.000 Besucher für das Eröffnungswochenende erwartet.

Gesammelt wird im Zeitz MOCAA nur Kunst, die nach dem Jahr 2000 entstanden ist. Es soll keine Abarbeitung an der Vergangenheit stattfinden. Das neue Museum soll ein Kunstkap der guten Hoffnung werden. Mit rund 20 Millionen Besuchern in Kapstadt stehen die Chancen gut, dass das Museum zu einer Erfolgsgeschichte wird.

Eine Reihe von Ausstellungen und Events eröffnet am Wochenende. So wird die Künstlerin Yinka Shonibare das dritte Gebäude, das Teil des Zeitz MOCAA Campus ist, mit einer Ausdauer-Performance bespielen. Nandipha Mntambo präsentiert ihre Kunstwerke in einer Einzelausstellung, die mit der Verwendung von Kuhfell die kulturellen, historischen und universellen Assoziationen, die diesem Medium zugeordnet werden, überspannen. Darüber hinaus werden in „All Things Being Equal…“ eine ganze Reihe von internationalen Künstlern eine Gruppenausstellung gestalten. Viel Spaß dabei!

© 2017 – x-working

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