Stuttgart
, 08. Juli 2017
„Ich male, weil ich malen muss“

Interview mit Metallmaler Michael H. Dietrich

Am heutigen Tag habe ich mich mit dem Maler Michael H. Dietrich in der Stuttgarter Galerie stuttgArtandDesign getroffen. Dietrich malt Bilder mit, aus und auf Metall. Es war ein faszinierendes und inspirierendes Gespräch. Überzeugt Euch selbst!

x-working Der Maler Michael H. Dietrich in der Stuttgarter Galerie stuttgArtandDesign mit dem Bild „Nach dem Urknall“ und Sonja Bachmann, x-working CEO
Der Maler Michael H. Dietrich in der Stuttgarter Galerie stuttgArtandDesign mit dem Bild „Nach dem Urknall“ und Sonja Bachmann, x-working CEO

x-working: Herr Dietrich, vielen Dank, dass ich das Interview heute hier in der Galerie stuttgArtandDesign mit Ihnen führen darf. Sie malen mit Metallen und haben eine Passion für Skulpturen aus Metall. Woher rührt Ihr Interesse hierfür? Was macht die Faszination Metall für Sie aus?
Dietrich: Gold und Silber in Form von geschlagenen Metallen werden in der Kunst seit 7000 Jahren verwendet. Das habe ich nicht erfunden. Mein Vater war Maler und Restaurator. Wir haben in der Hansestadt Lübeck gelebt und er bekam Aufträge von reichen Hamburger Kaufleuten, um Bilder von alten Meistern zu restaurieren, weil die englischen und amerikanischen Besatzungstruppen daran Interesse hatten. Das waren aber Bilder, die angeblich bei den Bombardierungen zerstört wurden. Die Kaufleute konnten nicht ins Museum gehen und sagen „Restauriert das Bild“, die hätten auf die Liste der verschollenen Meisterwerke geguckt und gesagt „Aber das ist doch verbrannt bei dem Bombenangriff“. Also musste das illegal geschehen. So nahm man auch keinen Hamburger Restaurator, sondern einen Lübecker. Zu der Zeit bin ich an die Kunst des Restaurierens herangeführt worden, weil Kinder kleine Finger haben und weil Kinder sich auf Rollwagen über ein Bild rollen konnten um die Malerei zunächst vom Oberflächenschmutz zu reinigen. So bin ich an Metalle geraten. Denn wir restaurierten nicht nur die Bilder, sondern auch die Rahmen. Ich bin also ausgebildet worden im Atelier des Vaters. Der hat mir dann gesagt, auf Metallen kann man nicht malen. Somit war klar, was mein Lebensinhalt sein wird: Ich muss auf Metallen malen weil mein Vater gesagt hat „Das geht nicht!“ Er hatte recht und unrecht. Er hat recht, dass man nicht einfach Farbe draufklatschen kann. Es sind malerische Prozesse erforderlich. Maltechniken gibt es seit 400 Jahren, die alle in großen Standardwerken eingehend beschrieben sind. Aber wenn sie fragen „Wie ist das nun mit Metallen?“ – gibt es kein Buch. Sie können nirgendwo was nachlesen. Also: learning by doing! Dass das sauteuer ist, habe ich eben auch nicht gewusst. Ihnen gegenüber sitzt der Mensch, der das meiste Blattgold vernichtet hat - wie jemals einer vor mir. Was sollte ich machen? Versuch und Irrtum! Entschuldigung, auch wenn es ein Interview ist, aber scheiße daneben heißt kaputt! Weg ist das Gold! Sie können es nicht wieder abkratzen. Im Zuge solcher Experimente bin ich mehrfach schon verstorben, vergiftet, blind geworden, taub geworden, Geschmack verloren, Ohnmacht – einmal die Woche war normal. Bleiweiß habe ich manchmal selbst hergestellt, das ist einfach. Sie nehmen gerolltes Bleiblech, hängen das in Salzsäure und wenn sie dann alle Fenster und Türen gut abdichten, dann haben sie den Effekt der Gaskammer in Amerika. Aber billiger und selber gemacht! So fing ich also an zu experimentieren.

x-working: Welches ist Ihr bevorzugtes Metall (Gold, Silber, Kupfer, Aluminium, Blei, Schlagmetall, Zinn, Bronze, Zink, Eisen)?
Dietrich: Ich habe kein bevorzugtes Metall, nein!Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Materialforschung und brachte Meilensteine des Fortschritts. Teflon kennt jeder. Materialforschung wurde angestoßen von den Militärs und von der NASA. Wir haben heute Werkstoffe, die härter sind als Diamant. Wir haben heute kugelsichere Westen etc. Im Zuge dessen hat man natürlich auch mit Metallen experimentiert. Aluminium, Blei, Gold, Silber, Kupfer und Schlagmetall sind flächige Metalle. Aus der Automobiltechnik kommen flüssige Metalle. Die wichtigste Erfindung überhaupt in dieser ganzen Metall-Materialkunde war Zinn, ausgewalzt in Mikronstärke, also hauchdünn. Ohne Zinn kein Computer, ohne Zinn, kein TV-Gerät. Ohne Zinn, kein Auto. Nichts geht in der Technik ohne Zinn. Zinn wird in diversen Legierungen hergestellt. Zinn wird in Deutschland in der Nähe von Frankfurt im Taunus produziert und in die ganze Welt verkauft. Die Leute verkaufen nur einmal im Jahr. Da kommen die Käufer mit 30-40 Leuten und bestellen für Millionen Dollar ihre geheimen Legierungen, Stärken und Breiten der gerollten Zinnbleche. Als ich dort anrief und fragte, ob ich Zinn kaufen kann, da hat man mir geantwortet „Wieviel Tonnen wollen Sie?“. Ich habe geantwortet, dass ich keine Tonnen bräuchte, ich sei Maler. Drei Tage später hatte ich dann drei Meter Zinnrolle – als kostenlose Probe!

Kupfer sieht man überall, beispielsweise an Kirchtürmen oder Dächern. Da ich damals in Frankfurt am Main lebte, habe ich bei den Farbwerken Höchst angerufen und bin in der Entwicklungsabteilung gelandet. Dann hatte ich irgendeinen Professor dran und sagte ihm, dass ich auf Kupfer male, aber auch die wunderschöne grüne Patina des Metalls selbst und schnell herstellen möchte. Ich meinte, ich habe nicht 700 Jahre Zeit, ich habe nur sieben Tage und fragte ihn, wie das gehe? Da hat der zu mir gesagt „Mir scheint, als wären Sie verrückt!“. Ich konnte dann zu ihm kommen. Das war nicht das erste und letzte Mal in meinem Leben, dass ich mit den Handflächen an der Wand stand und abgetastet wurde nach Waffen. Mein Fiat 500 wurde von starken Männern „angehoben“, ob ich da Gewehre oder Bomben drunter habe. Ich landete schließlich in der Abteilung und da waren dann seriöse Herren, die meinten, ich sei verrückt. Wegen mir stand der ganze Laden Kopf. Und dann haben die mir den Obelix Zaubertrank in einer kleinen Flasche gegeben mit Warnungen vor der Anwendung, die ich selbstverständlich ignorierte. Aber: es hatte gewirkt, womit ich 699 Jahre und 350 Tage eingespart hatte, denn die grüne Patina konnte ich jetzt selbst herstellen. Inzwischen gibt es auch flüssige Metalle mit denen ich arbeite. Hatte ich ein Problem gelöst, entstanden zwei neue. Das ist nun mal so: Versuch und Irrtum - das ist Forschung, so geht experimentelle Arbeit, immer unter der Frage: Was wäre wenn . . .? Zack, es knallt und stinkt – nicht gut! Nochmal machen.

Die Metalle an sich haben eine geschlossene Oberfläche. Gold ist Gold – Silber ist Silber. Also versuchte ich diese Metalle so zu bearbeiten, dass jedes Blatt für sich schon ein Kunstwerk wird. Daran versagen die Götter! Jetzt nehmen wir mal dieses Bild hier (geht zu einem Bild). Dieses Bild hat den Titel „Nach dem Urknall“. Das ist die explodierte Blase. Das Leben entstand aus einem Ei. Hier ist die x-Achse, wobei Gold, Silber und Aluminium verwendet wurde. Jede einzelne kleine Fläche ist schon ein Bild für sich. Dieses Bild erweckt den Anschein einer Farbigkeit. So ist es aber nicht. Es ist fast monochrom. Es ist unfarbig gemalt. Es ist ja nur in schwarz und weiß. Diese Technik des Abtragens der künstlich herbeigeführten Krakelüren hat über 20 Jahre gedauert. Da können Sie sich vorstellen wieviel Gold und Silber ich gehimmelt habe. Diese Technik ist meine maltechnische Besonderheit. Meine Malerkollegen, die immer wieder mal vorbeikommen, sagen (neidvoll) ich wäre ein hundsmiserabler Maler – aber „Wie hast Du das gemacht?“.

Dieses Bild ist farbig über Metalle und von mir herbeigeführte Oxidation. Das Problem ist, dass man diese Technik nicht auf Keilrahmen-Leinwand anwenden kann. Weil die mechanische Bearbeitung mit z.B. Drahtbüsten nicht auf Leinwand funktioniert. Das muss man auf Holz machen. Diese Technik ist deshalb auch so schwierig, weil sie den Künstler in ein Timing zwingt. Wenn sie irgendwas auftragen, muss man exakt 12 Stunden später daran weiterarbeiten. Macht man das nicht, ist es kaputt. Also das hat ganz genaue Zeitvorgaben, wann man was wie macht. Und Sie können sich vorstellen, die Vorbereitung einer solchen Tafel nimmt 90% der Zeit in Anspruch gegenüber der Malerei. Diese lasierenden Effekte über den Metallen kann man nicht malen. Das Besondere an diesen Bildern ist, dass ich immer angebe, ich bin Maler. Ich male mit Pinsel und Farbe.

Der Maler Yves Klein hat ein einziges Metallbild gemacht, indem er eine Leinwand mit Blattgold vergoldet hat. Gold und Silber wurde und wird in der Malerei immer wieder verwendet als Schmuckelement, in der sakralen Bilderkunst etc. Für mich war also die Zielsetzung, meinen Meister zu wiederlegen. Und seine ganzen Jahrgangskollegen, die meinten Metalle seien nur für Rahmen. Mein Konzept war der Malgrund nicht mit Pigmenten und stinkendem Fischleim. Ich bin von unten gekommen. Was ich da drauf male ist letztendlich scheißegal – wenn es nur gut ist! Das Besondere ist auch das Licht. Metalle reflektieren das Licht. Und je nach Lichteinfall, also je nach Jahreszeit, nach Luftfeuchtigkeit, nach Tageszeit, sehen solche aus und auf Metallen gemalte Bilder immer anders aus.

x-working: Experimentieren Sie nach wie vor mit neuen Metallzusammensetzungen bzw. Legierungen für Ihre Bilder?
Dietrich: Ja. Sie sind alle sehr schwierig zu bearbeiten. Ich weiß nie wie es wird! Mein Ich in der Vorarbeit ist vielleicht 51%. Ich kann zwar die Strukturen angehen. Aber wie sie dann im Einzelnen werden, das kann ich nicht bestimmen. Aber in gewisser Weise kann ich es schon steuern. So ein Prozess ist schon auch ein Selbstläufer, der durch die Oxidation entsteht.

x-working: Ich habe gelesen, dass Sie niemandem den Zutritt zu Ihrem Atelier erlauben. Warum?
Dietrich: Weil dort Geister wohnen. In einem Atelier ist die Seele des Malers ausgelagert. In einem Atelier bin selbst ich an manchen Tagen unerwünscht. Jetzt halten Sie mich für verrückt. Macht nichts (lacht). In einem Atelier baut sich im Laufe der Zeit ein geistig esoterisches Klima auf. Sie als Frau verstehen, dass kein Mensch fragen kann: Was hast Du da drin in deinem Bauch. Nach neun Monaten haben Sie ein Kind geboren und sagen, so sieht es aus. Und so ist es gut. Und so ziehe ich es groß. Und ob es euch gefällt oder nicht, so habe ich es geboren! Diese Bilder, die hier stehen, haben teilweise länger als neun Monate gebraucht und sie sind signiert. Das heißt, sie gehören mir nicht mehr. Mit der Signatur nabelt man ab. Das ist das Schlimmste, worunter fast alle Maler zu leiden hatten und immer leiden werden. Ich muss kotzen, ich hab Schmerzen, ich fange an, hysterisch zu werden. Für mich ist signieren das Schlimmste was es gibt auf der Welt. Signierte Bilder sind arrogant, überheblich, frech, dumm, rotzig, geil - alles mögliche. Ein Bild ist niemals fertig. Ist es fertig, ist es ein Scheiß-Bild! Eine Atelierleiche, die sie in eine Ecke stellen und mit dem Fuß reintreten. Auch wenn Sie 200 Stunden oder mehr daran gemalt haben – das spielt keine Rolle. Man hört auf zu malen, wenn der Kampf parlé steht. Wenn ich gegen das Bild nicht mehr gewinnen kann, aber das Bild gegen mich auch nicht mehr – dann machen wir Schluss. Dann muss ich nur noch signieren. In dem Augenblick ist es mir egal, ob jemand das Bild kauft, es auf dem Sperrmüll landet - oder im Museum.

Seitdem es das Internet gibt forsche ich jeden Abend, ob es einen zweiten Maler gibt, der auch auf Metallen malt und dabei in meiner Technik arbeitet. Nein, gibt es nicht! Große Bitte, wenn Sie einen entdecken, sagen Sie es mir sofort (lacht).

x-working: Wie stehen Sie dem Kunstmarkt gegenüber?
Dietrich: Die Tatsache, dass ich im Atelier des Vaters aufgewachsen bin, hat mich natürlich geprägt. Wenn man als kleiner Junge erkennt, dass in der Kunst die Leistung, die man bringt, nicht zählt; dass man selber durch seine Eigenleistung sich nicht in die Lage versetzen kann davon zu leben, sondern dass dieser Kunstmarkt nach eigenen seltsamen Gesetzen funktioniert, dann muss man darüber als junger Mensch nachdenken und Konsequenzen daraus ziehen. Der größte Fehler meines Lebens ist, dass ich viel zu viele Maler-Biografien gelesen habe. Meine Einstellung ist, dass Straßenprostitution ehrlicher ist als der Kunsthandel. Ich habe in Frankfurt in einer Subkultur gelebt, da waren Künstler, Wissenschaftler, Zuhälter, Nutten, Polizisten. Ich bin ein 68er, wurde vier Jahre vom Verfassungsschutz abgehört, weil ich mit Andreas Baader Schach gespielt habe. Und wenn man dann mitbekommt, wie man sich prostituieren muss im Kunstgeschehen, um Kontakte herzustellen, wie man sich erniedrigen muss, um Erfolg zu haben, dann sagt man sich „Nein“ oder „Ja“. Ich bekomme jeden Monat fünf bis sechs Aufforderungen, mich bitte schön an ganz wichtigen Ausstellungen zu beteiligen. Die Abzocke von Künstlern mit Ausstellungen, Preisen und anderen dubiosen Angeboten nimmt leider noch immer zu.

Wenn man also die Entscheidung trifft, sich nicht für das Malen zu prostituieren, dann muss man einen anderen Beruf haben. Ich habe Werbung gemacht, damit habe ich gutes Geld verdient und die halbe Welt bereist. Bilder habe ich immer verkauft. Bis auf Australien stehen auf allen Kontinenten Bilder von mir. Das ist nicht das Problem. Aber ich habe niemals so viele Bilder verkauft, dass ich davon hätte leben können. Und ich als Maler alleine, das geht sowieso nicht. Das ist an Agenten gebunden, das ist Galerie gebunden. Wenn sie das dann alles wissen, dann stehe ich in meinem Alter jetzt mehr denn je dahinter, dass ich gesagt habe: „Ich spiele da nicht unterwürfig mit“. Ich lasse mir von niemandem sagen, ob ich das so malen soll oder nicht. Ich lasse mir von niemandem sagen „Orientiere dich am Mainstream - das musst du machen, damit du mitschwimmst, sonst kann ich dich nicht mehr ausstellen“. Ich habe schnell begriffen, dass der ideale Maler 20 Jahre alt ist, ganz niedrige Preise hat, mehrere Einzelausstellungen im Museum of Modern Art in New York hatte, in allen großen Bildergalerien vertreten ist und verheiratet. Das ist der ideale Maler, dem man für 50 Euro ein Bild abkauft, das man für 15.000 Euro dann weiter verkauft. Wenn ich aktuell die documenta sehe, dann ist die politische Kunst angesagt. Kunst ist beweglich. Und wenn sie die Malerei abschaffen, das müssen sie zunächst abschaffen, dass Kinder geboren werden, die malen möchten und den unverschämten Anspruch erheben, sogar davon leben zu können. Dann müssen sie Museen schließen, die Begehrlichkeiten bei jungen Menschen entwickeln. Aber Künstler werden durch den Kunstmarkt gemacht. Es ist mein größter Verdienst, dass ich sauber geblieben bin. Ich male frei!

x-working: Sie sind aus der Hansestadt Lübeck, haben lange Zeit in Frankfurt am Main gelebt und haben sich daraufhin in Ihrer Wahlheimat Stuttgart niedergelassen. Was macht Stuttgart für Sie so besonders?
Dietrich: Zweibeinig, blond, Wienerin (lacht). Stuttgart hat schöne Museen. Diese schwäbische Mentalität ist gemütlich und humorvoll. Die Hessen übrigens auch. Aber eigentlich bin ich heimatlos. Überall da, wo ich malen kann bin ich zu Hause. Sie können mich jetzt nehmen und in die Rocky Mountains setzen. Wenn ich da malen kann, sind die Rocky Mountains mein zu Hause. Maler haben keine Heimat. Maler ruhen in sich.

x-working: An was arbeiten Sie gerade?
Dietrich: Man wacht morgens auf und sagt „Scheiß Malerei“. Ich arbeite zur Zeit bildhauerisch mit italienischem Alabaster, Schiefer, Acrylglas und Knochen. Ich habe vor 40 Jahren in einem Museum in Beirut 25 große Figuren aus Kupfer mit vergoldeten Spitzhüten gesehen. Der Text war interessant, weil sie nicht wussten, wo und wann diese Figuren gefunden wurden. Die Geschichte ist leicht erzählt: Manchmal haben Raubgräber Frauen zu Hause die sagen: „Das bringst du jetzt ins Museum“. Das ist eher selten. Meist sagen die Frauen: „Sieh zu, dass du genügend Dollar dafür heimbringst“. Es gibt aber auch Käufer, die kaufen es den Raub-gräbern ab und lassen es anonym ins Museum bringen, weil es mit Schwarzgeld oder Drogengeld gekauft wurde. Und solche Pakete liegen dann vor dem Museumseingang. Diese Figuren kamen so ins Museum. Das hat mich besonders fasziniert. 40 Jahre lang waren diese Figuren in meinem Kopf. 40 Jahre lang habe ich mir gesagt, ich mache da noch was draus. Ich habe nie gewusst was und wie. Jetzt habe ich mich mit den Goldhut-Ahnen beschäftigt, wie ich die Figuren nenne. Und dann bin ich im Internet auf eine Seite geraten von einer Künstlerin, die Knochenkunst macht. Das hat mich interessiert. Also habe ich mich über „Knochen kaufen“ schlau gemacht und bin an der Westküste Amerikas fündig geworden. Sogleich Material auf Englisch bestellt. Dann kam auf Deutsch zurück „Was soll der Quatsch? Ruf meinen deutschen Freund an bei dir um die Ecke, da bekommst du Knochen sofort und billiger.“ Also habe ich das gemacht und südamerikanische Rinderknochen, marokkanische Kamel-knochen und nordische Elchknochen bestellt. Daraus mache ich zur Zeit eine Serie dieser Goldhut-Ahnen (zeigt mir ein Exemplar).

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