Kapstadt
, 20. Februar 2018
„Ich mag starke Farben“

Interview mit dem südafrikanischen Künstler Mtini

Michael du Plooy alias Mtini studierte an der University of Witwaterstrand in Johannesburg Kunst. Seine Kunst ist geprägt von kräftigen Farben, die das südafrikanische Lebensgefühl in beeindruckender Art und Weise wiederspiegeln. x-working hat sich auf die Reise gemacht und interviewte den Künstler in Gordons Bay, Western Cape.

x-working Mtini mit seiner Blumenedition und Siegfried, Repräsentant für x-working Südafrika (von rechts nach links)
Mtini mit seiner Blumenedition und Siegfried, Repräsentant für x-working Südafrika (von rechts nach links)

x-working: Herr du Plooy, vielen Dank, dass ich heute das Interview mit Ihnen führen darf. Mit welchen drei Worten würden Sie sich selbst am ehesten beschreiben?
Mtini: Farbe, Konsistenz und Liebe.

x-working: Wer oder was inspiriert Sie?
Mtini: Der Sänger Sting inspiriert mein Schreiben. Ich kann auch sagen, dass eine südafrikanische Künstlerin namens Silvia de Villers eine meiner größten Inspirationen ist. Außerdem bin ich von der Natur sehr inspiriert.

x-working: Ihr Künstlername ist Mtini. Verraten Sie mir, was es damit auf sich hat?
Mtini: Als mein Vater starb, wollte ich ihn mit einer Erinnerung ehren. Als ich klein war, nannte er mich Tini. Ich hasste es. Und als er starb, wollte ich mich an ihn erinnern. Ich nahm das M, den ersten Buchstaben meines Namens Michael, und ich fügte es mit dem Namen meines Vaters zusammen, als er mich "Tini" nannte. So entstand Mtini. Später wurde mir klar, dass es eine afrikanische Bedeutung hat. In Swahili heißt es "unter dem schönen Baum". Ich mochte die Bedeutung des Namens. Ich vergleiche mich mit einem schönen Baum. Darum geht es in meiner Kunst. Es geht um Natur, es geht um Schönheit und Farbe. So drückt der Name jetzt aus, was ich sagen möchte. Manchmal denken Leute, dass ich versuche, Afrikaner zu sein. Aber in der Identität bin ich wirklich afrikanisch. Also mein Kunstname sagt, dass obwohl ich einen europäischen Namen habe, ich tatsächlich afrikanisch bin.

x-working: In welchen Magazinen können wir Ihre Bilder bewundern?
Mtini: Fotos meiner Bilder sind im Drum-Magazine und im Country Life Magazine erschienen. Im Country Life Magazine haben sie einen Artikel über meine Galerie und meine Bilder veröffentlicht.

x-working: Ihre Gemälde sind oft geprägt von einem kräftigen Rot-Ton. Lieben Sie die kräftigen Farben?
Mtini: Ich liebe starke Farben. Ich bin von der afrikanischen Sonne beeinflusst. Die Lichtqualität, die wir in Afrika und in der afrikanischen Kunst haben, zeichnet sich auch durch starke Farben und starke Kontraste aus. Ich glaube, europäische Kunst wird oft abgeschwächt. Ich mag die starken Grundfarben, die man in der afrikanischen Kunst sieht. Deshalb male ich die helle Sonne, die großen Kontraste, die man hier in Südafrika besonders in Grün und Blau sieht. Ich denke das bedeutet für mich, dass ich sehr starke Farben mag.

x-working: Ich habe gelesen, dass sie neben Ihrer Kunst auch noch Florist, Barista (Kaffeespezialist) und Dichter sind. Sie haben insbesondere einige Gedichte in drei unterschiedlichen Anthologien der Afrikanischen Poesie beschäftigt. Was finden Sie daran so interessant?
Mtini: Nun, afrikanische Poesie ist von Natur aus sehr wild und sehr abwechslungsreich. Was mich am meisten interessiert ist die Arbeit mit Dichtern aus Kapstadt und dem Westkap. Ich habe eine sehr einzigartige Stimme und ich spreche von sehr einzigartigen Menschen. Ich habe Leute getroffen die sich mit der Geschichte von The Koi (bzw. San) auseinander gesetzt haben. Und sie sprechen über den Rückstand der Völker in den modernen Gesellschaften und darüber, wie Afrikaner mit der modernen Welt umgehen.

x-working: Sie haben Ihre Bilder in verschiedenen Ausstellungen präsentiert. Können Sie mir etwas darüber erzählen, wo Sie das präsentiert haben?
Mtini: Meine erste Ausstellung war in Sea Point. Es war „Rebirth" und es ging darum, dass ich in die Kunstwelt eintrete und eine neue Person werde. Meine zweite Ausstellung war in Vredehoek in Kapstadt. Das wurde "Jehovah Nissi" genannt, was "Der Herr ist mein Banner" bedeutet. Danach hatte ich Ausstellungen in Bloubergstrand, in “Kirstenbosch Gardens” und in der “Groot Constantia”. Das waren Gruppenausstellungen, die ich mit The South African Society of Artists gemacht habe. Und als ich nach Botrivier gezogen bin, habe ich die Ausstellung "Femme Fatale" entwickelt und dargeboten. Diese Ausstellung wurde in Butterfield und Stellenbosch gezeigt. In Stellenbosch war es auf Einladung der University of Western Cape. Momentan arbeite ich an einer neuen Ausstellung, die ich im Strand Golfclub machen werde. Das habe ich schon gebucht.

x-working: Was sind Ihre künstlerischen Pläne für die Zukunft?
Mtini: Nun, ich plane eine Ausstellung um den Muttertag im Mai herum in The Strand Golf Club, wo ich ebenfalls mein Buch veröffentlichen werde. Es wird meine Ausstellung über Blumen sein. Es wird meine Blumenausstellung werden. Danach werde ich eine neue Ausstellung angehen, in der ich von der weiblichen Form zur männlichen Form übergehen werde.

x-working: Vielen Dank für dieses interessante Interview.
Mtini: Vielen Dank.

© 2018 – x-working

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