Berlin
, 05. September 2017
Künstlerin präsentiert raumgreifende Arbeiten in Berlin

Haegue Yang kommt ins Kesselhaus

Jedes Jahr gibt das KINDL Zentrum für zeitgenössische Kunst in Berlin einem Künstler oder einer Künstlerin die Chance, in dem 20 Meter hohen Kesselhaus auszustellen. Dieses Jahr wird die in Berlin und Seoul lebende Künstlerin Haegue Yang ihre raumgreifende Arbeit präsentieren.

x-working Haegue Yang - Silo of Silence – Clicked Core, 2017 (c) Jens Ziehe
Haegue Yang - Silo of Silence – Clicked Core, 2017 (c) Jens Ziehe

Haegue Yang wurde Anfang der 70er Jahre im südkoreanischen Seoul geboren. Nachdem sie 1994 das Fine Arts College der Seoul National University mit Erfolg abschloss, ging sie nach Deutschland. In Frankfurt am Main wurde Yang Meisterschülerin der Städelschule bei Georg Herold.

Stilistisch für die Südkoreanerin ist ihre konzeptorientierte Installationskunst, bei der oft industrielle Serienprodukte in raumgreifende Ordnungssysteme gebracht werden. Hierfür nutzt sie eine Reihe von Medien, Grafiken, Bildhauereien, Texte und auch Inszenierungen. Alltagsgeräte wie Elektroventilatoren oder Infrarotheizungen sorgen dabei für eine sinnliche Erfahrung für die Betrachter.

Bereits auf der documenta 13, die 2012 in Kassel stattfand, zeigte die Ausnahmekünstlerin ein Dutzend elektrisch angetriebener Jalousien, die sich hoben und senkten, öffneten und schlossen. Wiederum mit Jalousien beschäftigt sie sich nun in der neuen Ausstellung ab 10. September 2017 im Berliner KINDL-Zentrum. Ihre Installationen sollen zum Nachdenken anregen, welchen rasanten Wandel die industrielle Entwicklung zeitgleich mit der digitalen Entwicklung gerade in asiatisch geprägten Ländern durchlebt.

Das Kesselhaus des KINDL-Zentrums in Berlin stellt für die Künstlerin ein klassisches Relikt aus der postindustriellen Zeit dar, in dem ihre Installationen ihre volle Entfaltung erfahren können. Yang mag solche Räumlichkeiten, hat sie unlängst bereits im ehemaligen Güterbahnhof in Kassel oder in „The Tanks“ in der Tate Modern in London ausgestellt.

Die Künstlerin Haegue Yang wurde nun mit dem Wolfgang-Hahn-Preis geehrt. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Kölner Ludwig-Museum wird der Künstlerin bestimmt eine Menge Auftrieb geben, so dass ihre Ausstellung im Berliner KINDL-Zentrum ein voller Erfolg wird.

© 2017 – x-working

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