Berlin
, 16. Januar 2016
Transformationen auf dem Dancefloor

Die Sounddesigns des Psytrance

Wenn eine Goa-Party ihren Höhepunkt erreicht, entsteht auf der Tanzfläche ein Energiefeld, welches nicht sichtbar, aber für alle Beteiligten spürbar wird. Die Wahrnehmung konzentriert sich auf den Moment, die Körper bewegen sich unbeschwert zum Rhythmus der Musik. Welche Merkmale sind typisch für diese Musik, die so viele Menschen weltweit ekstatisch werden läßt?

x-working Transformationen
Transformationen

Goa-Trance hatte zwischen 1994 und 1998 seine Hochphase. Der Musikstil entwickelte sich danach unter der Bezeichnung Psytrance weiter. Psytrance wird vollständig elektronisch produziert, mit konstant gleichförmigen Rhythmen (4/4 Takt) und psychedelischen Klängen. Auch wenn die „Goanauten“ es nicht gerne hören, Psytrance ist ein Subgenre des Techno und unterscheidet sich von anderen Technoarten vor allem durch den vergleichsweise hohen Anteil an melodischen Elementen und durch die spezielle Art der verwendeten Soundeffekte. Psytrance wirkt dadurch um einiges verspielter und organischer.

Die Geschwindigkeit von Psytrance beträgt zwischen 130 und 160 bpm. Dabei sollen sich die beats per minute an dem Herzschlag orientieren. Alleine durch dieses Mittel wird eine gewisse Energie auf die Tanzfläche transferiert.

Im Psytrance werden häufig Samples von instrumentalen Klängen eingebaut, beispielsweise dem indischen Saiteninstrument Tanpura. Oder es werden Mönchsgesänge oder Geräusche aus der Natur gesampelt, um sie so in die Musik einzubauen. Aus diesem Grund wir Psytrance häufig als multikulturell, orientalisch oder indisch wahrgenommen. Oft werden auch knarrende Türen oder blubbernde Soundeffekte eingebaut, um psychedelische Effekte in der Musik zu erzielen. Geräusche aus Science-Fiction-Filmen erinnern an hallende, elektronische Klänge. Neben den Rhythmen und Geräuschen werden im Psytrance auch langgezogene Flächen und melodiöse Harmonien erzeugt, die eine positive Grundstimmung und eine besondere Atmosphäre freisetzen, die einstweilen als mystisch wahrgenommen werden können und zusätzlich zu den gleichbleibenden Rhythmen einen veränderten Bewußtseinszustand bzw. Trance erzeugen können.

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