Paris
, 15. November 2016
Schöne Frauen in schönen Kleidern

Das Genre Modefotografie

Ja – auch Modefotografie ist eine eigenständige Kunstform und ihr gebühren immer wieder faszinierende Ausstellungen in Galerien. Nicht nur in der Werbung und für den Verkauf eingesetzt, strahlt dieses Genre einen ganz besonderen Reiz aus. Wer fotografiert schon nicht wunderschöne Models in aufregenden Kleidern?

x-working Eine wunderschöne Aufnahme eines leicht fallenden langen Kleides in der Wüste.
Eine wunderschöne Aufnahme eines leicht fallenden langen Kleides in der Wüste.

Die Geschichte der Modefotografie begann im Jahre 1856. Adolphe Braun veröffentlichte ein Buch mit Fotografien von Virginia Oldoini, einer toskanischen Edeldame am Hofe Napoleons. Die Comtesse war somit das erste Fotomodell der Geschichte, da sie auf den Aufnahmen ihre prächtige Garderobe vorführte.

Wie sollte es anders sein, wurde das Genre in dem Modeland schlechthin – Frankreich - von den Zeitschriften Harper’s Bazaar und der Vogue weiter entwickelt. Surrealistische Fotokünstler wie Man Ray oder Lee Miller waren in der Zeit der 20er und 30er Jahre angesagt. Auch berühmte Namen wie Helmut Newton, Irving Penn, Bruce Weber oder Mario Testino arbeiteten jahrzehntelang für das Modemagazin Vogue und prägten den Stil der Modewelt durch ihre Fotografien. Ihre Bilder strahlten stets Luxus, Erfolg und Weiblichkeit aus, blieben dabei jedoch immer authentisch. Diese zeitlose Eleganz ist auch heute noch gefragt. Das Grundthema bleibt dabei immer dasselbe: schöne Frauen in schönen Kleidern. Die Modefotografen von heute müssen dabei stets kreativ und innovativ vorgehen, sodass die Fotografien nicht irgendwann langweilig oder abgekupfert wirken.

In den 80er Jahren wandelte sich der Hype um die Modefotografien in einen Hype um das Model, welches die Mode vorführt. Supermodels wie Claudia Schiffer, Linda Evangelista, Cindy Crawford, Naomi Cambell und Christy Turlington waren gefragter denn je. Ihre Superkörper dominierten nun die Modezeitschriften, wobei immer mehr der Körper in ästhetisch schönen Welten statt die Kleidung in den Mittelpunkt gerückt wurde.

Diese Inszenierungen wurden dann in den 90er Jahren von einem neuen Realismus abgelöst. Fotografen wie Juergen Teller, Wolfgang Tillmanns oder Nick Knight prägten eine Ästhetik des „Heroine Looks“. Als Model allen voran stand für diesen Look Kate Moss. Mittlerweile neigt die Modefotografie zu einer Künstlichkeit in den Formen und Farben eines Bildes. Dies liegt natürlich vor allem an der sich weiter entwickelnden Technik, bei der man mittels Photoshop die Fehler eines Bildes im Nu retouschieren kann. Ob das nun das neue Schön ist oder ob die Modefotografie wieder zu einer neuen Ästhetik findet, bleibt abzuwarten.

© 2016 – x-working

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