London
, 17. Oktober 2016
Geheimnisvolle, ruhige Wegbereiter des Trip-Hop

Portishead

Es ist ruhig um die ehemaligen Visionäre des Trip-Hop. Portishead hat zuletzt 2011 berichtet, an einem neuen Album zu arbeiten. Trotzdem schauen wir uns die Geschichte der Band an, die in den 90er Jahren den Begriff Trip-Hop erst populär gemacht hat.

x-working Portishead bei einem Livekonzert auf der Primavera Sound 2008
Portishead bei einem Livekonzert auf der Primavera Sound 2008

Portishead – das sind Geoff Barrow (Arrangements), Beth Gibbons (Gesang), Adrian Utley (Gitarre und Synthesizer) und Dave McDonald (Toningenieur). Bei ihren Liveauftritten werden sie zusätzlich von Musikern unterstützt. Wie viele Trip-Hop Bands kommen auch Portishead aus dem südenglischen Bristol. Barrow gab der Band den Namen, der Stadtteil aus dem er kam heißt Portishead. Einst war der kreative Kopf Geoff Barrow Studioangestellter von Massive Attack. Außerdem feilte er als Remixer und Produzent an Tracks von Depeche Mode, Paul Weller und Primal Scream. Bis er 1991 auf Beth Gibbons traf. Sie veröffentlichten den Soundtrack zum zehnminütigen Film „To Kill a Dead Man“, eine Hommage an 60er Jahre Spionage-Filme. Als Duo veröffentlichten sie auch ihre erste Single „It Could Be Sweet“. Vom Ergebnis begeistert entschließen sie sich, weiter zusammen zu arbeiten. Bald stieß dann Jazz Gitarrist Adrian Utley zu ihnen.

Die Single „Sour Times“ kann man als Wegbereiter des neuen Trip-Hop sehen. Sie war eine Mischung aus Hip Hop und Dub. Einen ähnlichen Sound kreierte zur damaligen Zeit nur Massive Attack. 1993 kam der Toningenieur Dave McDonald zu dem Trio. Sie schraubten an ihrem Debütalbum. 1994 erschien dann „Dummy“. Das Album überstieg alle Erwartungen. Der melancholisch schleppende Sound und die dramatische Stimme von Beth Gibbons geben der Band einen unverwechselbaren Wiedererkennungswert. Die Singles „Glory Box“ und „Sour Times“ schaffen sogar den Durchbruch in den USA. Portishead räumte in dieser Folge sämtliche Preise ab, unter anderem die Titel „Album des Jahres“ und „Best Dance Act“, gewählt von der New Musical Express (NME).

Erst im September 1997 erschien dann das nächste Portishead Album, welches schlicht genauso heißt wie die Band. Auf diesem Album findet man wenig verspielte Melodien, im Gegenteil klingt es sehr düster. Live bewiesen Portishead ihre Fähigkeit, elektronische Musik mit klassischen Elementen zu verbinden. Ein 35 Personen starkes Orchester unterstützte das Standard-Ensemble aus Synthies, DJ, Schlagzeug und Gitarre.

Dann wurde es lange Zeit ruhig um die Band. 2002 startete Beth Gibbons eine Solokarriere und auch Geoff Barrow hat alleine Erfolg. Dennoch dementierten Portishead immer Auflösungsgerüchte. Im April 2008 erschien dann tatsächlich ihr drittes Album, welches sie „Third“ nannten. Das Album bedeutete eine musikalische Abkehr vom Trip-Hop hin zur elektronischen Avantgarde. Vereinzelt spielen sie noch zusammen, zuletzt 2015 auf dem Montreux Jazz Festival.

© 2016 – x-working

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