Berlin
, 28. Februar 2016
Über Renaissance, Barock und Rokoko

Historische Tanzkünste

Historischer Tanz ist der Oberbegriff für die europäische Tanzkunst des 15. bis 19. Jahrhunderts. Die Tänze umfassen die Epochen der Renaissance, des Barocks und des Rokoko. Im 20. Jahrhundert hat man dann begonnen, Tänze nach schriftlich überlieferten Zeugnissen nachzutanzen. Heute werden viele Veranstaltungen z.B. an Theatern angeboten, die in die spannende historische Zeit zurückführen.

x-working Das Ensemble Gratia Luvenis zeigt einen Renaissance-Tanz während der Wilanow Tage in Polen.
Das Ensemble Gratia Luvenis zeigt einen Renaissance-Tanz während der Wilanow Tage in Polen.

Renaissance

Die Renaissance ist die erste Epoche, aus der rekonstruierbare Tänze hervorgingen. Die größte Anzahl an Überlieferungen kam aus Italien vom Ende des 14. bis Anfang des 17. Jahrhunderts. Zur damaligen Zeit gab es zwei verschiedene Arten von Tänzen: Die langsamen Bassadanza Tänze und die schnelleren Balli Tänze. Ein gutes Zeitmaß, Erinnerungsvermögen an die variantenreichen Schritte und gute Manieren waren Grundvoraussetzung für diese Tanzstile. So war eine Aufforderung zum Tanz beispielsweise vor 300 Jahren noch ein durchreglementiertes Zeremoniell. Der Unterschied zum zeitgenössischen Tanz ist groß. Die Bewegungen spielen sich hauptsächlich in den Beinen ab, während der Oberkörper eher starr bleibt.

Barock und Rokoko

Die ersten Notationen des Barock und Rokoko wurde zur Zeit Ludwigs des XIV an der Academie Royale du Danse entwickelt. Grundzüge daraus finden sich heute in festgelegten Schritten im klassischen Ballett. Es gibt aber auch deutliche Unterschiede zum heutigen Ballett. So werden heute die Beine weiter nach außen gedreht als im frühen Barock. Viele Schritte haben zwar die gleichen Namen, werden aber anders ausgeführt. Die Königin der Tänze des Barock und des Rokoko ist das Menuett, welches in Form eines Z getanzt wird. Hierbei tanzen die Damen und Herren das Z gegenläufig ab. Das Menuett war der Lieblingstanz im 18. Jahrhundert und nimmt noch heute die erste Stunde einer „Ball-Veranstaltung“ ein. Neben den Barock- und Rokoko-Tänzen aus Frankreich und Deutschland, setzten sich in England die „Country Dances“ durch. Damit war in der Regel gemeint, dass die Tänze aus England stammen. Allgemein kann man sagen, dass Tanzen lernen im Barock auch hieß, sich in der Gesellschaft bewegen zu lernen. Die barocke Tanztechnik beeinflußte auch die Art, wie ein Mensch im Barock geht und steht.

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