Moro Bay
, 16. November 2016
Wellen bis zu 30 Meter hoch

Big-Waves

Surfen ist ein gefährlicher Sport. Je größer die Wellen, desto größer die Gefahr. Langsam und gewaltig bäumen sie sich auf. Viel größer und gigantischer als der Mensch. Dieses Wilde und Unbändige zieht Surfer auf der ganzen Welt magisch an. Sie treffen sich an den besten Big Waves-Hotspots der Welt und reiten die Monster aus dem Meer.

x-working Big Waves zu reiten sind die Kür des Surfens, wie hier während des Maverick Invitational Surfing Events in Moro Bay, Kalifornien.
Big Waves zu reiten sind die Kür des Surfens, wie hier während des Maverick Invitational Surfing Events in Moro Bay, Kalifornien.

Von Big Waves spricht man ab einer Höhe von sechs Metern. Doch für Sportler wie Ken Bradshaw, Sebastian Steudtner oder Mick Fanning wird es eigentlich erst ab 20 Metern richtig interessant. Der 62-jährige Amerikaner Ken Bradshaw sagte einmal: „Als ich jung war, habe ich Surfen so verstanden, dass es vor allem darum geht, dass man größere Wellen surfen kann als jeder andere. Und ich glaube wirklich, dass es das ist, worum es beim Surfen geht.“

Big Wave-Surfen ist ein Extremsport. Hierbei reiten keine braungebrannten Sonnyboys die Wellen, sondern Profis, die fasziniert sind von dunklen und riesigen Wellen. Wer in diesen tonnenschweren Wassermassen die Kontrolle über sein Brett verliert, für den kann es lebensgefährlich werden. So sehen das die Experten natürlich nicht. Sie sehen sich als Spezialisten, die alles wissen was sie brauchen, um die Monsterwellen zu reiten. Den Faktor Angst müssen Extremsportler deswegen beherrschen und ausblenden. Dennoch haben Big Wave-Surfer Respekt vor den großen Wellen. Und diesen brauchen sie auch, damit sie in Gefahrensituationen reagieren können ohne nachzudenken.

Für viele Big Wave-Surfer ist auch ihr Partner sehr wichtig. Denn ab einer gewissen Größe der Welle, kommt man gar nicht mehr so ohne weiteres an sie ran. Die Wucht, mit der sie bricht ist dann so gewaltig, dass Surfer keine Chance haben, mit Muskelkraft hinter die Gischt zu paddeln. Deswegen geht der Surfer mit demjenigen, der den Jetski fährt, auf das Wasser. An einem Seil zieht er den Surfer an die richtige Position der Welle – und holt ihn auch wieder raus, wenn er stürzt. Tow-Surfing nennt sich das. Surfer und Fahrer wechseln sich in der Regel ab.

Ken Bradshaw war einer der ersten, der diese Art des Surfens in den 60er- und 70er Jahren ausprobiert hat. Aber erst Anfang der 90er Jahre setzte sich das Tow-Surfing langsam durch. Dadurch hat sich die Skala der Wellen auf denen man surfen kann, unheimlich geweitet.

Die größten Wellen gibt es an bestimmten Surfspots auf der Welt. Im Dezember findet jedes Jahr auf Hawaii die „Big Wave Challenge“ statt. Zwischen Ende April und Mitte August, immer wenn die Bedingungen am besten sind, trommelt der Australier Mark Mathews die zwölf weltbesten Big Wave-Surfer zusammen, um am Kap Solander in der Botany Bay, auch „Ours“ genannt, zu surfen. Die Wellen von Nazaré, welches an der portugiesischen Atlantikküste liegt, sind bei entsprechenden Bedingungen die größten surfbaren Wellen der Welt. Hier erhielt der Wellenreiter Garrett McNamara seinen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde, da er eine über 23 Meter hohe Welle surfte. Am 1. Mai 2015 erhielt Sebastian Steudtner den „XXL Big Wave Award“ in der Kategorie „Biggest Wave“ für einen Ritt auf einer geschätzt 21,6 Meter hohen Welle vor Nazaré.

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